Nennungen im Wehrmachtsbericht 1941-1945


7


Stand: 3.1.2006


Grafik Volksempfänger VE301
Volksempfänger VE301


Um dem Deutschen Volk die "Heile-Kriegswelt" vorzugaukeln, wurde in einer "propagandistischen Maschinerie" jeden Tag von allen Fronten durch zensierte Kriegsberichterstattungen die Lage an den Kriegsschauplätzen verkündet.

So las oder hörte man täglich in Rundfunk und Zeitung den berühmten Satz:

" Achtung, Achtung !...
Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt ... "


Herausragende Leistungen wurden "heldenhaft" in Szene gesetzt und im täglichen Wehrmachtsbericht namentlich erwähnt.

Aus heutiger Sicht muß man sagen, dass solche Leistungen mit grausamen Kämpfen und oftmals einer großen Anzahl an Toten und Verwundeten verbunden waren. Auf beiden Seiten, auf der Seite des "Helden" und der Seite des "Geschlagenen". Und von den Machthabern der Regierung in einer Form des "Heldentums" gefeiert wurden.

Nachfolgend werden hier die Leistungen und deren Nennung im "Wehrmachtsbericht" von den Personen aus der 126. Infanterie-Division aufgeführt und auch dargestellt, was sich hinter den Meldungen verbarg. Die Darstellung erfolgt in chronologischer Reihenfolge. In manche Nennungen wird die 126ste nicht namentlich erwähnt. Haben aber einen großen Anteil der 126. Infanteriedivision.






1. Nennung im Wehrmachtsbericht

Bereits am 8.9.41 wurde die Eroberung in einer Sondermeldung bekannt gegeben.

Am 8.9.41 hat das verstärkte Infanterieregiment 424 unter der Führung von Oberst Harry Hoppe die Stadt Schlüsselburg in gut 45 Minuten erobert. Da die Funkverbindung unterbrochen war, konnten die zur Verstärkung angeforderten Stukas nur mit Glück und großer Mühe angehalten werden. Somit wurde verhindert, dass die Flieger ihre Bomben über der bereits eroberte Stadt abwarfen.

Oberst Hoppe erhielt für die Einnahme der Stadt das "Ritterkreuz". Das Regiment verlor 30 Mann.






2. Nennung im Wehrmachtsbericht

Auch hier gab es bereits am 28.6.42, abends eine Sondermeldung über das Ende der "Wolchowschlacht".

Am 28.6.42 war die fast sechs Monate dauernde "Wolchowschlacht" beendet. Auf beiden Seiten gab es hohe und blutige Verluste (besonders auf der russischen). Die deutschen Divisionen wurden ständig umgruppiert und vermischt. Die Soldaten durchlebten den zweiten Winter, Seen- und Sumpflandschaften und unvorstellbare Mückenplagen.

Der russische Oberbefehlshaber, General Wlassow, fiel in deutsche Hand. Für die 126. Infanteriedivision war endlich der Tag der "Wiedervereinigung" gekommen. Ihre verstreuten Truppenteile versammelten sich zum Abmarsch.






3. Nennung im Wehrmachtsbericht

Die erste (von zwei) namentliche Erwähnung der Division unter Oberst Gotthard Fischer.

Die 126. Inf.Div. hatte die schwerste und größte Panzerschlacht (25.1.44) überstanden, die sie im Verlaufe des Krieges erlebte. So zerstörte sie in kurzer Zeit 50 (!) Panzer. Das Grenadierregiment 426 kämpfte sogar bei einem Ausbruch gegen eine ganze russ. Division (!). Ferner stand die Division in schweren Kämpfen um der angeschlagenen 11. Inf.Div. Flankenschutz zu geben. Immer wieder wurden die Kampflinien zurückgezogen (insgesamt 60 Kilometer!). Der bisher größte und schwerste Rückzug der Heeresgruppe Nord. Erst am 29.1.44 gab es eine kleine Ruhepause, um sich wieder aufzufrischen. Besonders der Verlust an Offizieren war sehr hoch.






4. Nennung im Wehrmachtsbericht

Die zweite namentliche Erwähnung der Division unter dem mittlerweile zum Generalmajor beförderten Gotthard Fischer.

Vorausgegangen war eine fast einwöchige Schlacht mit sehr hohen und schmerzlichen Verlusten. In dieser völlig verfahrenen Situation musste auch noch Generalmajor Fischer die Führung abgeben und die 121. Inf.Div. befehligen (was er zunächst verweigerte). Die Division hielt aber ihre Stellungen.






Letzte Wehrmachtsbericht

Dieses war der letzte Wehrmachtsbericht. Der Krieg war zuende.

Die Division war am Ende ihrer Kraft. Das Grenadierregiment 422 konnte noch am 8.5.45 aus Libau ausgeschifft werden. Der Rest ging in russ. Gefangenschaft, aus der die letzten erst 1955 zurückkehrten. Generalleutnant Fischer wurde wegen des Angriffs auf Leningrad von den Russen zu 25 Jahren Freiheitsstrafe verurteilt und erst nach 10 Jahren begnadigt.





 7

zur Übersicht Namen

nächste Seite

   Seite 8

Grafik: kleiner Pfeil nach oben zeigend Seitenanfang