logo_demjansk Kampfraum Demjansk - Übersicht Decknamen


Fast alle Operationen, Unternehmungen und Angriffsplanungen hatten einen Decknamen. Nicht alle geplanten Unternehmungen/Operationen wurden realisiert. Auch konnten oftmals die Zeitplanungen nicht eingehalten werden. An dieser Stelle möchte ich alle mir bekannten Decknamen für Unternehmungen, Operationen und Planungen bezüglich des "Kampfraumes Demjansk" aufführen.

Es konnte vorkommen, dass geheime Unternehmungen des OKW (Oberkommando der Wehrmacht) von denen der kämpfenden Verbände abwichen. So plante die 16. Armee bereits Wochen vor den Planungen dem OKW den Rückzug aus dem Raum Demjansk. Dadurch kam es letztendlich zu dem schnellen und reibungslosen Rückzug binnen weniger Tage. Das OKW hatte für diesen Rückzug eigentlich um die 70 Tage ! eingeplant.



streng geheim


Unternehmen "Brückenschlag"

Durchführungsbeginn am 21.03.1942


Das "Unternehmen Brückenschlag" (auch "Westwind" genannt) hatte die Aufgabe den "Kessel Demjansk" aufzubrechen und die Landverbindung vom Raum des X.AK zu dem Raum II.AK wieder herzustellen. Für dieses Unternehmen wurden 5 Divisionen vorgesehen. Die 5. Jäger-Division, die 8. Jäger-Division, die 18. Infanterie-Division (mot.), die 122. Infanterie-Division, die 329. Infanterie-Division sowie ein Sicherungsregiment (Oberst Dr. Dr. Johannes Mayer, später SS-Standartenführer Hellmuth Becker) des X. Armeekorps, welches zur Sicherung der rechten Flanke und zur Partisanenbekämpfung eingesetzt wurde. Diese Einheiten wurden zu einer Korpsgruppe "Gruppe Seydlitz" zusammengefasst, welche Generalleutnant Walter von Seydlitz-Kurzbach führte.

Durchführungsende am 21.04.1942





Unternehmen "Fallreep"

Durchführungsbeginn am 14.4.1942


Eine weitere Operation zum Öffnen des Kessels war das "Unternehmen Fallreep" (auch "Ostwind" genannt). Dieses Unternehmen hatte die Aufgabe, den Kessel von innen her aufzubrechen und den anrückenden Entsatzeinheiten der "Gruppe Seydlitz" entgegen zu stoßen und sich mit dieser bei den beiden Verkehrsknotenpunkten Ramuschewo und Kobylkino am Fluß Lowatj zu vereinigen. Dazu wurde unter der Führung von Generalleutnant Hans Zorn die Korpsgruppe "Zorn" gebildet. Diese Gruppe bestand aus der Kampfgruppe "Eicke" sowie aus den Abgaben von Truppenteilen aller eingeschlossenen Divisionen. Die Hauptlast des "Ausbruchs" trug die Kampfgruppe "Eicke" (SS-Obergruppenführer Eicke) .

Durchführungsende am 21.04.1942





"Landbrücke"

Durchführungsbeginn am 21.04.1942


Der bis zu gerade mal 4 Kilometer breite Zugang zum Raum von Demjansk wurde auch "Schlauch" genannt. Anfänglich war es ein teilweise von den Sowjets sehr gut einzusehendes Gebiet, später wurde dieses durch verschiedene Unternehmen auf bis zu 12 Kilometer verbreitert.

Durchführungsende am 01.03.1943





Unternehmen "Danebrog"

Durchführungsbeginn am 05.06.1942


Das "Unternehmen Danebrog" diente zur Sicherung der Landbrücke nach Norden. Das im Nordteil befindliche SS-Freikorps "Danmark" (Sturmbannführer Knud Børge Martinsen) sollte nördlich bis Dubowizy vorgehen und somit den "Schlauch" verbreitern. Ebenfalls waren beteiligt links vom Freikorps die 5. Jäger-Division und rechts die 290. Infanterie-Division. Der Ort Dubowizy wurde im Nahkampf erobert und konnte, da die Nachbardivisionen nicht nachkamen, nur drei Tage gehalten werden, danach musste sich das Freikorps zurückziehen. Das "Unternehmen Danebrog" nahm somit ein unglückliches Ende.

Durchführungsende am 11.06.1942





Unternehmen "Schlingpflanze"

Geplanter Durchführungsbeginn Mitte Juni 1942


Das "Unternehmen Schlingpflanze".... Dieses Unternehmen konnte aufgrund der sowjetischen Offensive nicht durchgeführt werden.





Unternehmen "Wintersport"

Geplanter Durchführungsbeginn im Juli 1942


Das "Unternehmen Wintersport" (290. Infanterie-Division) konnte aufgrund einer sowjetischen Offensive am 17.7.42 ebenfalls nicht durchgeführt werden. Die 290. Infanterie-Division war bereits mitten in den Vorbereitungen für das "Unternehmen Wintersport" im nördlichen Bereich der "Landbrücke".





Unternehmen "Höcker"

Durchführungsbeginn am 12.09.1942


Das "Unternehmen Höcker" diente zur Stellungsverbesserung. Hierzu sollten sich im Nordteil des "Schlauches" die Truppen bis zum Südrand des Ssutschan-Sumpfes vorkämpfen. Am 13.9. wurde als Reserve ein Bataillon der 8. Jäger-Division herangeführt. Dieses Bataillon erreichte dann am gleichen Tag den Südrand des Sumpfgebietes.

Durchführungsende am 13.09.1942





Unternehmen "Michael" (auch Winkelried)

Durchführungsbeginn am 27.09.1942


Mit dem "Unternehmen Michael" sollte der "Schlauch" in südlicher Richtung verbreitert werden. Die eingesetzten Truppen der 5. Jäger-Division, 122. Infanterie-Division, 126. Infanterie-Division, sowie verschieden zusammengesetzte Kampfgruppen (u.a. das Panzer-Regiment 203 und die 1./Sturmgeschütz-Abteilung 184) wurden der Korpsgruppe Knobelsdorff (Generalleutnant Otto von Knobelsdorff) unterstellt. So sollte durch eine nach Westen durchgeführte Klappbewegung in südlicher Richtung eine erhebliche Ausweitung der "Landbrücke" geschaffen werden. Nach Beendigung des Unternehmens war eine bis zu 12 Kilometer weite Verbreiterung geschaffen, welche von den Sowjets nicht mehr komplett einsehbar war.

Durchführungsende am 05.10.1942





Unternehmen "Krebsfang"

Durchführungsbeginn am 24.10.1942


Mit dem "Unternehmen Krebsfang" sollten deutsche Angriffsvorbereitungen vorgetäuscht werden. Mit Funktäuschungen und örtlich begrenzten Vorstößen sollte die sowjetische Führung beunruhigt und von eigenen Operationen abgehalten werden.

Durchführungsende am 10.11.1942





Unternehmen "Pußta"

Durchführungsbeginn am 26.10.1942


Das "Unternehmen Pußta" diente zur weiteren Verbreiterung der Landbrücke. Dieses Mal sollte der "Schlauch" in nördlicher Richtung bei Strelizy erweitert werden. Hierzu waren Truppen ( Regimenter, Bataillone, Abteilungen) der 8. Jäger-Division, der 12., 81., 122., 126., 290. und der 329. Infanterie-Division angetreten. Nach erbitterten Kämpfen (meist Nahkämpfe) musste die Front am 27.11. gegen einen stark überlegenen Gegner auf die Ausgangsstellung zurückgenommen werden. Das "Unternehmen Pußta" war unter hohen Verlusten gescheitert.

Durchführungsende am 27.11.1942





Unternehmen "Sumpf"

Geplanter Durchführungsbeginn im November 1942


Das "Unternehmen Sumpf" war ein geplantes Unternehmen zur Verbreiterung der "Landbrücke" ostwärts von Staraja Russa nach Norden, wurde nicht realisiert.





Unternehmen "Entrümplung"

Durchführungsbeginn Anfang Januar 1943


Ohne das Wissen des Oberkommandos der Wehrmacht (OKW) und Adolf Hiters lief das "Unternehmen Entrümplung" an. Nachdem der Antrag beim OKW, die Front bei Demjansk zurück zu nehmen, ereut abgelehnt wurde, begannen das Armeeoberkommando 16 und das II. Armeekorps mit selbständigen Planungen für eine Räumung des "Kampfraumes Demjansk". Diese Planung führte später unter anderem dazu, dass die eigentliche Räumung innerhalb 10 Tagen ! abgeschlossen wurde.

Durchführungsende am 01.02.1943





"Ziethen"

Das Stichwort "Ziethen" löste das letzte Unternehmen im Kampfraum Demjansk aus. Es war der Beginn eines beispiellosen Rückzuges aus dem "Kampfraum Demjansk".



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